g Länderübersicht - Bulgarien

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Bulgarien Land: bg

Risikostufe:
Risikostufe 2

Republik Bulgarien
Hauptstadt: Sofia
Fläche: 110.994 qkm
Bevölkerung: 7,084 Mio. (2017)
Währung: 1 Lew = 100 Stotinki
Staatsform: Republik
Amtssprache: Bulgarisch

Risiken

  • (Organisierte) Kriminalität
  • Wirtschaftskriminalität
  • Korruption

Übersicht

Kriminalität und Korruption gehören in Bulgarien zum Alltag. Obwohl Gewaltdelikte meist auf Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Gruppen beschränkt sind, sind alle Arten von Eigentumsdelikten weit verbreitet. Neben aggressiver Bettelei, Diebstahl und Taschendiebstahl gehören Autodiebstahl und Betrug zu den häufigsten Delikten. Oft werden Ausländer Opfer von falschen Polizisten, Trickbetrügern, rassistisch motivierten Übergriffen oder Taxifahrern, die überhöhte Preise verlangen. Reisende sollten auch mit Kreditkartenbetrug und manipulierten Bankomaten rechnen. In Sofia gelten die Bereich um den Sveta Ndelya-Platz und die Löwenbrücke sowie die Unterführung zum Hauptbahnhof als besonders unsicher.


Von der in Bulgarien fest etablierten Organisierten Kriminalität sind Reisende in der Regel nicht betroffen. Da Rivalitäten aber manchmal durchaus handfest ausgetragen werden, z.B. in Form von kleineren Bombenanschlägen, können Ausländer in Ausnahmefällen zu Schaden kommen.


Seit 2013 sorgen vor allem die immer deutlicher spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise für soziale und politische Spannungen. Nach umfangreichen Protesten, die sich an der Erhöhung der Strompreise entzündet hatten, trat die Regierung von Premierminister Boyko Borisov am 21. Februar 2013 zurück. Im Zuge der Proteste setzten sich mehrere Demonstranten in Brand, vier Personen erlagen ihren Verletzungen. Die Sozialisten bildeten schließlich eine Koalition mit der DPS, der Partei der türkischen Minderheit, dies führte zu heftigen Protesten gegen die Regierung. Nach einem Bank Run im Juni 2014 trat die Regierung zurück, die Neuwahlen brachten erneut Boyko Borisov an die Macht. Seit 2015 ist der massive Zustrom von Flüchtlingen aus der Türkei das wichtigste sicherheitspolitische Thema, Bulgarien hat deshalb die Grenzsicherung verstärkt.


Am 18. Juli 2012 sprengte sich ein Attentäter am Flughafen von Burgas in einem Transferbus in die Luft und tötete mehrere israelische Touristen. Bereits zuvor hatte es laut israelischen Sicherheitskreisen Hinweise auf einen geplanten Anschlag gegeben. Im Februar 2013 veröffentlichte das bulgarische Innenministerium einen ersten Untersuchungsbericht laut dem es die "begründete Annahme" gebe, dass die libanesisch-schiitische Hisbollah hinter dem Anschlag steckte.


Die Korruption stellt in Bulgarien ein strukturelles Problem dar. Im Juli 2009 stellte die EU aus diesem Grund vorübergehend die Hilfszahlungen an Sofia ein.

Sicherheitshinweise für Frauen

Bulgarien ist allgemein ein sicheres Reiseland für Frauen. Für einheimische Frauen ist es ungewöhnlich, abends allein Restaurants oder Bars zu besuchen, Touristinnen sollten daher mit Belästigungen rechnen, insbesondere wenn die männlichen Gäste unter Alkoholeinfluss stehen. Üblicherweise reicht der Hinweis, dass man verheiratet sei, um zudringliche Verehrer loszuwerden. In abgelegenen Gebieten sind allein reisende Touristinnen ebenfalls ein seltener Anblick. Beim Besuch von Kirchen, Klöstern und anderen religiösen Würdenstätten wird entsprechende Kleidung erwartet, Besucherinnen sollten also Schultern, Arme und Beine bedecken.

 

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen sollten eingehalten werden: So ist nicht anzuraten, nachts allein per Anhalter unterwegs zu sein oder allein in Abteilen von Nachtzügen zu reisen. In einigen abgelegenen Stadtteilen ist die Straßenbeleuchtung verbesserungwürdig, was sich oft negativ auf das individuelle Sicherheitsgefühl auswirkt.


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