g Länderübersicht - Burundi

Drucken

Burundi Land: bi

Risikostufe:
Risikostufe 3

Republik Burundi
Hauptstadt: Bujumbura
Fläche: 27.834 qkm
Bevölkerung: 10.864.245 (2017)
Währung: 1 Burundi-Franc = 100 Centimes
Staatsform: Republik
Amtssprachen: Kirundi, Französisch

Risiken

  • (Gewalt-)Kriminalität
  • Unruhen und politisch motivierte Gewalt
  • Terrorismus
  • Korruption

Übersicht

Neben der politischen Instabilität, der grassierenden Korruption und dem schwach entwickelten Rechtsstaat gilt die hohe Kriminalität als eines der größten Probleme Burundis. Neben der alltäglichen Kleinkriminalität gehören Motorraddiebstahl, Hausfriedensbruch und Überfälle auf Autos außerhalb der städtischen Zentren zu den häufigsten Delikten. Viele Kriminelle sind bewaffnet. Obwohl sich die meisten Delikte innerhalb der lokalen Gemeinschaften abspielen, gelten die ärmeren Gegenden auch für Reisende als unsicher, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit.


Die Grenzregionen zur Demokratischen Republik Kongo sind aufgrund der anhaltenden Instabilität in dem Nachbarstaat gefährlicher als der Rest des Landes. Besonders typisch für Burundi sind Terroranschläge mit Handgranaten, die sich meist gegen Prominente und Regierungsvertreter richten. Die islamistische Al-Shabab-Miliz warnte Burundi und Uganda wiederholt vor einer Einmischung in Somalia, wo Burundi die Übergangsregierung in Mogadischu unterstützt. Die Drohungen werden insbesondere seit dem 11. Juli 2010 ernstgenommen, als ein Bombenanschlag in Uganda 64 Tote forderte.


Nach einem Friedensabkommen 2009 transformierte sich die Hutu-Rebellenbewegung FLN in eine politische Partei. Im Sommer 2010 kam es während verschiedener Wahlgänge allerdings immer wieder zu Reibereien zwischen Regierung und FLN, im September 2012 erklärte der Anführer der FLN, Agathon Rwasa, dass die Rebellen die Waffen wieder aufgenommen hätten. Als Anlass für die Eröffnung der Feindseligkeiten nannte Rwasa neben der Unfähigkeit der Regierung auch die jüngsten Morde an oppositionellen Aktivisten. Im Herbst 2013 kehrte Rwasa offiziell nach Burundi zurück und rief Präsident Nkurunziza zu einem politischen Dialog auf. Menschenrechtsorganisationen werfen den Regierungsparteien CNDD-FDD Repression und Einschüchterung der Opposition vor, im Frühjahr 2015 nahmen die Spannungen zwischen den Volksgruppen aufgrund der politischen Konflikte erneut zu. Am 13. Mai 2015 putschte General Godefroid Niyombare gegen Präsident Nkurunziza. Zwei Tage später wurde General Niyombare verhaftet, die Opposition setzte ihre Proteste gegen Präsident Nkurunziza trotz des massiven Vorgehens der Sicherheitskräfte aber fort. Innerhalb weniger Tage flohen bis zu 100.000 Menschen in die Nachbarländer, mindestens 40 Personen wurden im Zuge der Unruhen getötet.


Nach der Ankündigung von Präsident Nkurunziza, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, kam es erneut zu blutigen Unruhen. Im Dezember 2015 lehnte Burundi das Angebot der Afrikanischen Union ab, eine 5.000 Mann starke friedenserhaltende Truppe in das Land zu entsenden, seither wurden bei Protesten mehrere hundert Menschen getötet. Eine multilaterale Initiative unter Führung des früheren tansanischen Präsidenten Benjamin Mkapa unterstützt seither den politischen Dialog in Burundi.


Burundi gilt als eines der korruptesten Länder Afrikas.

Sicherheitshinweise für Frauen

Burundi ist für Frauen - ebenso wie für Männer - kein sicheres Reiseland. Die instabile politische Lage und die hohe Kriminalität stellen die wichtigsten Risiken dar. Allein reisende Frauen sollten alle Situationen meiden, in denen sie isoliert und wehrlos sind. Abgelegene Straßen und Gegenden sollten insgesamt gemieden werden, nach Einbruch der Dunkelheit sollte man sich nicht mehr unbegleitet im Freien aufhalten. Reisen per Anhalter ist ausserhalb der Städte auch tagsüber gefährlich.

 

Die allgemein schlechte Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren insbesondere auf einheimische Frauen negativ ausgewirkt. Frauen werden traditionell als Mütter respektiert, die vorwiegend für Erziehung und Haushalt verantwortlich sind. Im öffentlichen Leben spielen Frauen bisher nur eine untergeordnete Rolle.


Mar Adentro 2018

g