g Länderübersicht - El Salvador

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El Salvador Land: sv

Risikostufe:
Risikostufe 3
Staat El Salvador

Republik El Salvador
Hauptstadt: San Salvador
Fläche: 21.041 qkm
Bevölkerung: 6,378 Mio. (2017)
Währung: 1 US-Dollar = 100 Cent (seit 2001)
Staatsform: Präsidialrepublik
Amtssprache: Spanisch

Bedrohungen

  • Kriminalität
  • (Auto-)Entführungen

Übersicht

Die Kriminalität ist in El Salvador sehr hoch und stellt eine immer größere Herausforderung für die politische Führung dar. Morde, Entführungen, Raubüberfälle und die weit verbreitete Bandenkriminalität sind die wichtigsten Bedrohungen, die Drogenkriminalität spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Die meisten Vorfälle spielen sich innerhalb der lokalen Gemeinschaften in den armen Regionen des Landes ab und betreffen Ausländer nur in Ausnahmefällen, Reisende sollten dennoch mit der üblichen Kleinkriminalität rechnen. Als besonders gefährlich gelten Strände und das Umfeld von Sehenswürdigkeiten, die Städte San Salvador, Santa Ana und San Migual sowie die Departements La Paz, La Libertad sowie Sonsonate.


Im März 2012 einigten sich einige große Banden nach Vermittlungsbemühungen der Katholischen Kirche auf einen Waffenstillstand, lokal ging daraufhin die Mordrate innerhalb eines Jahres um 45 % zurück. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass der Waffenstillstand die Banden eher gestärkt habe, da diese nunmehr miteinander anstatt gegeneinander arbeiten. 2015 hat insbesondere die Zahl der Mordfälle im Zusammenhang mit kriminellen Banden massiv zugenommen. Im Hilbick auf seine Mordrate gilt El Salvador als eines der gefährlichsten Länder der Welt.


Eine reale Gefahr stellen die relativ häufigen Entführungen dar, die sich oft in Form von Express-Kidnappings abspielen, wo die Opfer gezwungen werden, Bargeld von Bankomaten abzuheben bevor sie freigelassen werden. Auch die Entführung von LKWs, Privatfahrzeugen oder Reisebussen durch kriminelle Banden ist weit verbreitet. In letzter Zeit ist die Gesamtzahl von Entführungen allerdings gesunken.


Demonstrationen führen teilweise zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften, Reisende sind davon nicht direkt betroffen, können aber in bestehende Konflikte hineingezogen werden.

Sicherheitshinweise für Frauen

Während der regionaltypische machismo für einheimische Frauen zum Alltag gehört, können die damit verbundenen Phänomene für allein reisende Frauen aus Europa oft als ausserordentlich lästig empfunden werden. Nachpfeifen, Anstarren, obszöne Gesten und Kommentare so wie mehr oder weniger geschickte Ansprachen gehören zum Standardrepertoire einheimischer Männer und sollten in der Regel ignoriert werden. Freizügige Kleidung sowie ein allzu offenes Auftreten werden von manchen Männern als Interesse an einer Bekanntschaft interpretiert. Insgesamt ist es günstig, in männlicher Begleitung oder in Gruppen in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Allein reisende Frauen sollten auch grundlegende Sicherheitsvorkehrungen bedenken: so ist etwa davon abzuraten, sich nach Einbruch der Dunkelheit allein in abgelegenen oder schlecht beleuchteten Gegenden zu bewegen, per Anhalter zu reisen oder sich ohne Begleitung auf abgelegenen Stränden aufzuhalten. Grundsätzlich sollten Frauen alle Situationen meiden, in denen sie isoliert und verwundbar sind.


Menschenrechtsgruppen machen immer wieder auf die exorbitant hohe Anzahl von Frauenmorden in El Salvador aufmerksam, vor allem Menschenrechtsaktivistinnen werden immer wieder zum Opfer von Attentaten. 2013 wurde mit 215 Fällen ein Tiefststand an Frauenmorden erreicht, bis 2015 ist diese Zahl wieder auf 475 angewachsen. Viele Morde an Frauen stehen im Zusammenhang mit Aktivitäten von Drogengangs, da diese die Frauen als ihren "Besitz" betrachten. Auch häusliche Gewalt und Übergriffe sind weit verbreitet: 2015 registrierte die Polizei durchschnittlich fünf Fälle aller Arten von Gewalt gegen Frauen, von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen. Im ersten Halbjahr 2015 wurden insgesamt 591 Vergewaltigungen, 165 tätliche Angriffe auf Frauen sowie 597 Vergewaltigungen von Minderjährigen oder Behinderten gemeldet.


Mar Adentro 2018

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