Drucken

Kosovo

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Kosovo

Republik Kosovo

Hauptstadt: Prishtina
Fläche: 10.887 qkm
Bevölkerung: 1,803 Mio. (2011)
Währung: 1 Euro = 100 Cent
Staatsform: Parlamentarische Republik
Amtssprachen: Albanisch, Serbisch; lokal Bosnisch, Türkisch, Romani

Risiken

  • (Organisierte) Kriminalität
  • Demonstrationen und Unruhen
  • Ethnische Spannungen
  • Korruption

Übersicht

Die ungelösten ethnischen Spannungen, die ausufernde Organisierte Kriminalität und die immer noch schwachen staatlichen Institutionen wirken sich maßgeblich auf die Sicherheitslage im Kosovo aus. Seit 1999 ist die von der NATO geführte KFOR (Kosovo Forces) für die äußere Sicherheit des Kosovo zuständig, während die Staatengemeinschaft auch den Aufbau einer kosovarischen Polizei unterstützt. Auch der internationale Status des Kosovo ist nach wie vor umstritten: bisher haben 112 Staaten der Welt die Unabhängigkeit des Landes anerkannt.


Die ethnischen Säuberungen der vergangenen Jahre haben zwar zu einer Beruhigung der Spannungen zwischen Serben und Albanern geführt, speziell in Kosovska Mitrovica im Norden des Landes kommt es aber regelmäßig zu Zusammenstößen von Demonstranten. Der Norden des Landes ist vorwiegend serbisch besiedelt und hat die kosovarischen Institutionen bisher boykottiert. Eine Einigung zwischen der kosovarischen und der serbischen Regierung im April 2013 sieht eine teilweise Autonomie des Nord-Kosovos vor, dafür soll dieser die Rechtsstaatlichkeit der Regierung anerkennen. Im Mai 2013 kündigten hochrangige Serbenführer allerdings an, dass man die Einigung nicht anerkenne und erklärten den Nord-Kosovo für unabhängig. Die Parlamentswahl 2014 wurde erstmals von den kosovarischen Serben nicht boykottiert. Am 25. August 2015 einigten sich die serbische und die kosovarische Regierung über die wichtigsten bilateralen Streitpunkte, dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten. Zuletzt kochte der Konflikt im Mai 2019 nach einer Polizeirazzia im serbisch dominierten Teil des Landes hoch.


Während des Konflikts um den Kosovo haben islamistisch-jihadistische Kräfte im Land nur eine Nebenrolle gespielt, in den letzten Jahren aber ihre Position massiv gestärkt. Der Kosovo dürfte dabei vor allem als Knotenpunkt für die Rekrutierung und den Transfer von Kämpfern für irakische und syrische Gruppen dienen. Laut einigen Beobachtern haben sich bis Ende 2015 ca. 1.000 Kosovaren dem Islamischen Staat im Nahen Osten angeschlossen, die Behörden gegen offiziell von ca. 300 kosovarischen Jihadisten aus.


Kleinkriminalität, die Organisierte Kriminalität, die sich vorwiegend mit Schmuggel und Schutzgelderpressung beschäftigt, sowie die endemische Korruption stellen die wichtigsten Risiken dar. Insgesamt ist der Kosovo aber ein relativ sicheres Reiseland.

Sicherheitshinweise für Frauen

Der Kosovo ist insgesamt ein sicheres Reiseland für Frauen. Im albanischen Teil des Landes war lange Zeit das Gewohnheitsrecht, der Kanun, für die Rolle der Frau in der Gesellschaft bestimmend. Laut diesen Traditionen hängt der soziale Status einer (einheimischen) Frau davon ab, wie sie ihre Rolle als Mutter und Ehefrau erfüllt, auf der sozialen Leiter steht sie grundsätzlich unterhalb des Mannes. Diese Traditionen, die durch den Kommunismus bereits in den letzten Jahrzehnten aufgeweicht worden waren, haben seit 1999 weiter an Bedeutung verloren. Insbesondere die jahrelange Präsenz von westlichen Frauen, die für internationale Organisationen im Kosovo tätig waren, haben die Wahrnehmung ausländischer Frauen sehr stark geprägt. Allein reisende, westliche Frauen werden also in der Regel mit Respekt und zurückhaltend behandelt, Annäherungsversuche oder gar tätliche Angriffe kommen kaum vor.

 

In abgelegenen Gebieten, z.B. in der gebirgigen Dragas-Region im Süden des Landes, leben die meisten Leute sehr zurückgezogen in ihren lokalen Gemeinschaften, die nach wie vor sehr stark von Traditionen bestimmt sind. Als ausländische Frau sollte man aber auch dort kaum auf Schwierigkeiten stoßen, obwohl die Einheimischen bisweilen sehr zurückhaltend sind. In den letzten Jahren sieht man in allen Landesteilen auch vermehrt Frauen mit Kopftuch, was auf einen zunehmenden Einfluss islamistischer Kreise zurückzuführen ist.


Copyright Mar Adentro 2019