g Länderübersicht - Georgien

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Georgien Land: ge

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Georgien

Georgien
Hauptstadt: Tiflis
Fläche: 69.700 qkm (inklusive Abchasien und Süd-Ossetien)
Bevölkerung: 3.912.061 (2017)
Währung: 1 Lari = 100 Tetri
Staatsform: Republik
Amtssprache: Georgisch; regional Abchasisch

Risiken

  • (Banden-)Kriminalität
  • Terrorismus
  • Unruhen und Kampfhandlungen
  • Korruption

Übersicht

Seit dem Sturz von Präsident Schewardnadse im Jahr 2003 durch Michail Saakashvili ist die innere Lage in Georgien gespannt. Während das Land als treuer Verbündeter der USA gilt, ist das Verhältnis zu Russland aufgrund der abtrünnigen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien seit Jahren schwer belastet. Zur letzten Eskalation kam es im August 2008, als russische Truppen die beiden Regionen besetzten und Moskau deren Unabhängigkeit anerkannte. Seit Ende 2009 haben sich die beiden Staaten wieder vorsichtig angenähert, Georgien betrachtet den mächtigen nördlichen Nachbarn allerdings nach wie vor als Feindstaat.


Präsident Saakashvili war seit 2008 auch mit merkbarem Widerstand seitens der Opposition konfrontiert, die vor allem die verbreitete Korruption und Misswirtschaft sowie die autoritäre Führung kritisiert. Im Mai 2011 erreichten die Proteste in Tiflis einen neuen Höhepunkt, zwei Personen wurden dabei getötet. Am 1. Oktober 2012 entschied die Oppositionspartei Georgischer Traum die Parlamentswahlen klar für sich, im Umfeld der Wahl kam es wiederholt zu Demonstrationen und kleineren Zwischenfällen. Ende 2013 trat der langjährige Präsident Michali Saakashvili nach zwei Amtsperioden nicht mehr als Präsidentschaftskandidat an.


Während das Land besonders in den 90er Jahren für seine hohe Kriminalitätsrate bekannt war, haben erfolgreiche Reformen im Bereich der Strafverfolgungsbehörden sowie eine Verbesserung des Lebensstandards dazu beigetragen, dass die georgischen Ballungsräume heute relativ sicher sind. Dennoch gelten einige andere Regionen als besonders instabil und unberechenbar. Dies gilt insbesondere für die Grenzbereiche zu Abchasien und Süd-Ossetien, aber auch für das Pankisi-Tal im Nordosten und für den Bereich Batumi im Südwesten von Georgien. In diesen Regionen werden auch Rekrutierungsaktivitäten des Islamischen Staates beobachtet, diesem sollen sich bisher ca. 100 Georgier angeschlossen haben.


In der abtrünnigen Region Abchasien stürmten am 27. Mai 2014 aufgebrachte Oppositionsanhänger den Präsidentenpalast, Präsident Alexander Ankvab mußte fliehen. Das abchasische Parlament rief zur Ruhe auf, die russische Regierung versuchte zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Am 30. Mai 2014 erklärte die Opposition, die Macht in der Teilrepublik übernommen zu haben, am 1. Juni 2014 trat Präsident Ankvab offiziell zurück.

Sicherheitshinweise für Frauen

Häusliche Gewalt gegen Frauen, die von psychologischem Druck bis hin zu Vergewaltigung reichen kann, ist laut Menschenrechtsorganisationen in Georgien weit verbreitet. Statistisch gesehen wird eine von elf verheirateten Frauen im Laufe ihres Lebens zum Opfer häuslicher Gewalt. Laut Polizeiangaben wurden allein im Jahr 2015 insgesamt 901 Fälle häuslicher Gewalt angezeigt, wobei die Dunkelziffer noch weit höher liegen dürfte.


Allein reisende ausländische Frauen sind in Georgien keine Seltenheit, weshalb sie keine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Frauen kleiden sich trotz der religiös fundierten konservativen Einstellung vieler Menschen im Land nicht sonderlich zurückhaltend, es sind auch keine speziellen Verhaltensregeln zu beachten. Öffentliche Verkehrsmittel gelten als sicher und Sammeltaxis, die mit anderen Touristen oder Einheimischen geteilt werden können und gleichermaßen von Frauen wie von Männern genutzt werden, bieten eine kostengünstige Alternative.


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