g Länderübersicht - Äthiopien

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Äthiopien Land: et

Risikostufe:
Risikostufe 3
Staat Äthiopien

Demokratische Bundesrepublik Äthiopien
Haupstadt: Addis Abeba
Fläche: 1.104.300 qkm
Bevölkerung: 99,39 Millionen (2015)
Währung: 1 Äthiopischer Birr = 100 Santim
Staatsform: Parlamentarische Bundesrepublik
Amtssprache: Amharisch

Risiken

  • Kriminalität
  • Demonstrationen und Unruhen
  • Terrorismus und Kampfhandlungen
  • Korruption

Übersicht

Kleinkriminalität ist in Äthiopien weit verbreitet, insbesondere in Addis Abeba und den anderen größeren Städten sollte man jederzeit mit Diebstahl, Taschendiebstahl und Kleinbetrug rechnen. Raubüberfälle und Auto- sowie Hauseinbrüche finden häufig statt, während Gewaltdelikte selten sind. Überlandreisen außerhalb der großen Städte gelten aufgrund der weit verbreiteten Bandenkriminalität insgesamt als gefährlich. Auch in den Naturschutzgebieten sowie in den Grenzregionen sollten Reisende grundsätzlich mit Überfällen von bewaffneten Banden rechnen, als besonders gefährlich gelten die Bereiche Somali und Afar.


Die Grenzen zum Sudan, zu Eritrea und zu Somalia gelten als höchst sensibel. An der eritreischen Grenze kommt es nach wie vor zu sporadischen Gefechten, auch Blindgänger und Tretminen stellen nach wie vor eine gefährliche Hinterlassenschaft des letzten Krieges dar. In Somalia hat Äthiopien mittlerweile auch militärisch interveniert, was zu heftigen Drohungen seitens der somalischen Al-Shabab-Miliz sowie zu wiederholten Grenzverletzungen geführt hat. Seit 2015 kommt es auch immer wieder zu Demonstrationen gegen die Regierung, die von der ethnischen Minderheit der Tigray dominiert wird und oppositionelle Kräfte massiv unter Druck setzt. Da Äthiopien bei der Beherbergung von ostafrikanischen Flüchtlingen eine zentrale Rolle spielt, hält sich die Kritik der Staatengemeinschaft bisher in Grenzen.


In Äthiopien selbst sind zahlreiche Rebellengruppen aktiv, die zumeist separatistische Ziele verfolgen. Zu den wichtigsten gehört die Oromo Liberation Front (OLF) deren Anschläge sich meist gegen die Streitkräfte und Regierungsvertreter richten. Seit 1984 ist im Osten des Landes die Ogaden National Liberation Front (ONLF) aktiv, die für die Abspaltung der mehrheitlich von ethnischen Somalis bewohnten Region kämpft. In Afar im Nordosten führt die Afar Democratic Revolutionary Unity Front (ARDUF) einen Guerillakrieg gegen die Regierung, ihr werden auch einige Überfälle auf Touristen in den letzten Jahren zur Last gelegt. Neben ethnischen und regionalen Konflikten sind auch die Beziehungen zwischen der christlichen Mehrheit und der islamischen Minderheit (ca. ein Drittel der Bevölkerung) zunehmend gespannt, darüber hinaus sind somalische Jihadisten in Äthiopien aktiv. Einige der betroffenen Regionen sind de facto abgeriegelt.


Anfang 2018 gab die Regierung einige Liberalisierungsmaßnahmen bekannt, auch die Menschenrechtslage sollte verbessert werden.

Sicherheitshinweise für Frauen

Grundsätzlich gilt Äthiopien für allein reisende Frauen als sicherer als andere Staaten der Region. Grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen sollten dennoch getroffen werden um Gefahrensituationen zu vermeiden. Rauchen und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit sowie freizügige Kleidung und auffälliges Make-Up gelten als typische Merkmale von Prostituierten und können leicht zu Missverständnissen führen. Diese Möglichkeit besteht auch bei Aufenthalten in günstigen Hostels, die manchmal auch als Bordelle fungieren. Wenn sich eine Frau zu einem alleinstehenden Mann nach hause einladen lässt, so gilt dies als Zustimmung zu weiteren Annäherungsversuchen.

 

"Respektable" äthiopische Frauen geben sich gegenüber flirtenden Männern oft zurückhaltend und kühl. Dies ist Teil des lokalen Werberituals und tief in der amharischen Tradition verwurzelt. Einheimische Männer können deshalb mitunter Zurückweisungen als Aufforderung zu weiteren Annäherungsversuchen interpretieren. Die eheliche Treue wird in Äthiopien nicht besonders ernst genommen, ein Trauring am Finger ist deshalb meist kein wirksame Mittel gegen zudringliche Äthiopier. Ein Vorteil der permissiven lokalen Kultur besteht darin, dass westliche Frauen nicht als "leichter zu haben" gelten als einheimische.

 

In einigen religiösen Würdestätten ist Frauen der Zutritt verboten, dies gilt oft auch für weibliche Tiere.

 

Frauen haben in der äthiopischen Gesellschaft stets eine wichtige Rolle gespielt, auch in Politik und öffentlicher Verwaltung. Heutzutage haben einheimische Frauen vor allem in den großen Städten Zugang zu Bildung und hochwertigen Berufen, während in ländlichen Regionen die traditionellen Rollen als Mutter und Haushaltsverantwortliche nach wie vor im Vordergrund stehen. Gewalt gegen Frauen ist ein verbreitetes Problem, zumal die Strafgesetze den Tatbestand der Vergewaltigung in der Ehe nicht vorsehen. Laut einer Studie der WHO aus dem Jahr 2005 waren mehr als 70% aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren Opfer von Genitalbeschneidung (FGM).


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