g Länderübersicht - Belgien

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Belgien Land: be

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Belgien

Königreich Belgien

Hauptstadt: Brüssel
Fläche: 30.528 qkm
Bevölkerung: 11,4 Mio. (2017)
Währung: 1 Euro = 100 Cent
Staatsform: Parlamentarische Monarchie
Amtssprachen: Niederländisch, Französisch, Deutsch

Risiken

  • Klein- und Gewaltkriminalität
  • Demonstrationen und Unruhen
  • Ethnische Konflikte

Überblick

Anhaltende politische Instabilität, die Spannungen zwischen Flamen und Wallonen sowie die Präsenz der wichtigsten EU-Institutionen in Brüssel sind die maßgeblichen Parameter für die Sicherheitslage in Belgien, Flamen und Wallonen leben sich trotz wiederholter Intervention des Königs stetig auseinander. Die chronische Unvereinbarkeit der Interessen der jeweiligen politischen Repräsentanten verhindert bisher eine nachhaltige Staatsreform und sorgt immer wieder für Spannungen.


Während der Großteil von Belgien mit ähnlichen Herausforderungen und Problemen zu kämpfen hat wie die umliegenden Staaten, hat sich Brüssel in den letzten Jahren zu einer Hochburg der Kriminalität entwickelt. Inzwischen fordern auch liberale Politiker ein hartes Durchgreifen: Insbesondere die Viertel Molenbeek, Anderlecht, Schearbeek, Vorst und das Europaviertel gelten als unsichere Bereiche. In vielen Bereichen dieser Stadtviertel, die vor allem von Migranten bewohnt sind, hat die Polizei praktisch keinen Zutritt mehr. Neben Wohnungs- und Hauseinbrüchen sowie Fällen sexueller Belästigung hat auch die Gewaltkriminalität mittlerweile Besorgnis erregende Ausmaße angenommen. Neben Brüssel gelten auch Antwerpen, Charleroi und Liége als vergleichsweise unsicher.


Im Zuge der jüngsten Auseinandersetzungen im Nahen Osten haben sich zahlreiche belgische Staatsbürger als Freiwillige von der Gruppe Islamischer Staat rekrutieren lassen, Belgien stellt pro Kopf von allen europäischen Staaten die meisten Jihadisten. Die Behörden befürchten, dass Rückkehrer anschließend auch in Belgien Anschläge verüben könnten. Die bisher schwerste Anschlagsserie ereignete sich am 22. März 2016, als insgesamt 34 Menschen im Raum Brüssel bei drei Explosionen getötet wurden. Die jüngsten Terroranschläge führten erneut zu teils heftigen Debatten über die Herausbildung von Parallelgesellschaften.

Sicherheitshinweise für Frauen

In der Vergangenheit galt Belgien als eines der sichersten Reiseländer für Frauen. Der starke Zustrom von Asylanten seit 2015 hat allerdings zu teils heftigen Debatten über die Zunahme an Vergewaltigungen geführt. Die belgischen Medien berichten immer wieder über derartige Vorfälle, insbesondere im Umfeld von Asylantenheimen und in den "unsicheren" Gegenden großer Städte. Bereits in den Jahren zuvor hatte diese Problematik mitunter Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im August 2012 sorgte die junge Filmemacherin Sofie Peeters für Aufsehen indem sie eine Dokumentation über die alltäglichen sexuellen Belästigungen drehte, denen Frauen in bestimmten Teilen von Brüssel ausgesetzt sind. Der Film femme de la rue wurde auch deshalb besonders kontroversiell aufgenommen, da die meisten dokumentierten Belästigungen von Zuwanderern aus dem Nahen Osten ausgingen. Insbesondere Brüssel ist mittlerweile durch eine deutlich wahrnehmbare ethnische Segregation gekennzeichnet, dies sollte auch aus Sicherheitsgründen unbedingt beachtet werden. In Bezug auf den öffentlichen Verkehr gelten die Busse als relativ sicher, die meisten Belästigungen und Diebstähle finden in den Straßenbahnen, U-Bahnen bzw. Bahnhofen statt.


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