g Länderübersicht - Albanien

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Albanien Land: al

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Albanien

Republik Albanien

Hauptstadt: Tirana
Fläche: 28.748 qkm
Bevölkerung: 3.195.000 (Juli 2010)
Währung: Albanischer Lek
Staatsform: Parlamentarische Republik
Amtssprache: Albanisch

Risiken

  • (Organisierte) Kriminalität
  • Korruption
  • Gewaltverbrechen

Überblick

Nach einer längeren Phase der Instabilität hat sich die Sicherheitslage in Albanien in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. In den peripheren Gebieten des Landes, insbesondere im Norden und den gebirgigen Regionen im Osten ist der Zugriff der staatlichen Behörden allerdings nach wie vor weniger dicht als in Tirana. Laut offiziellen Statistiken ging die Gewaltkriminalität in den letzten Jahren zurück.


Der private Waffenbesitz ist nach wie vor weit verbreitet, führte in der Vergangenheit aber nur in Ausnahmefällen zu größeren Unruhen mit Gewaltausbrüchen – meist beschränkt sich der Einsatz auf private Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte zwischen kriminellen Gruppen. Der Kosovo-Konflikt des Jahres 1999 hat zu einer starken Zunahme des privaten Waffenbesitzes in Albanien geführt, da das Land damals ein wesentlicher Rückzugsraum der kosovo-albanischen Untergrundarmee UCK war. Für Reisende stellen Kleinkriminalität und Autodiebstähle das größte konkrete Sicherheitsrisiko dar. In den letzten Jahren sollen die Rekrutierungsaktivitäten transnationaler jihadistischer Netzwerke in Albanien deutlich zugenommen haben.


Ein zentrales Problem ist nach wie vor die Organisierte Kriminalität, die vor allem in den Bereichen Geldwäsche und Schmuggel aktiv ist. Die grassierende Korruption in Politik und Verwaltung und der verbreitete Betrug gelten als Hauptgründe für die nur schleppende Verbesserung der sozioökonomischen Lage der Bevölkerung.

Sicherheitshinweise für Frauen

Die 1998 angenommene Verfassung schreibt die Gleichheit von Männern und Frauen vor dem Gesetz fest. In der Praxis wird das Verhältnis zwischen den Geschlechtern aber nach wie vor von Traditionen bestimmt. Maßgeblich ist hierbei der Kanun, das Gewohnheitsrecht, laut dem Frauen rechtlos und dem Mann untergeordnet sind. Auch wenn der Kanun kaum einem Albaner im Detail bekannt ist, so wirken die darin beschriebenen Wertvorstellungen zweifellos nach. In den Städten hat sich dies in den letzten Jahrzehnten geändert, in abgelegenen Regionen folgt man nach wie vor den Traditionen.


In der Praxis schlägt sich dies vor allem in Form häuslicher Gewalt gegen Frauen nieder. 2007 wurde zwar ein Gesetz zum Schutz von Frauen erlassen, laut Menschenrechtsorganisationen ist aber nach wie vor jede dritte Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Da nur die wenigsten Vorfälle angezeigt werden dürfte die Dunkelziffer noch höher liegen als die mehreren hundert Fälle, die die offizielle Statistik jedes Jahr ausweist.


Westliche Frauen werden in der Regel von den Einheimischen respektiert, wenn sie sich zurückhaltend benehmen und sicher auftreten. Vergewaltigungen kommen insgesamt relativ selten vor. Sexuelle Belästigung ist nur dann illegal, wenn sie sich gegen Kinder richtet, die jünger als 14 Jahre sind. Laut lokalen Medien werden einheimische Frauen hin und wieder belästigt, insbesondere alleinstehende oder geschiedene Frauen.


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