g Länderübersicht - Argentinien

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Argentinien Land: ar

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Argentinien

Argentinische Republik
Hauptstadt: Buenos Aires
Fläche: 2.780.400 qkm
Bevölkerung: 43,5 Mio.
Währung: Argentinischer Peso
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Amtssprache: Spanisch

Risiken

  • Straßen- und Gewaltkriminalität
  • Demonstrationen und Unruhen

Überblick

Die hohe Kriminalität ist in Argentinien ein allgegenwärtiges Problem. Die Finanzkrise von 2001 und 2002 hat vorübergehend zu einer Zunahme der Eigentumsdelikte geführt, obwohl manche Beobachter die Ursachen in den sozialen Verwerfungen der Strukturanpassungsprogramme der 1990er sehen. Seit 2007 ist wieder ein Anstieg der Kriminalität zu verzeichnen, pro Jahr sind ca. 30% der Argentinier von typischen Kleindelikten betroffen. Verbreitet sind insbesondere Gelegenheitsdelikte, im Unterschied zu anderen Ländern Südamerikas sind kriminelle Jugendbanden nicht sehr verbreitet. Die lokale Oberschicht hat sich in den letzten Jahren zunehmend in gated communities zurückgezogen, die als country bezeichnet werden.


Demonstrationen, meist gegen soziale Misstände, finden häufig statt und arten nur selten in gewaltsame Ausschreitungen aus. Das Gebiet im Bereich der Grenzen von Paraguay und Brasilien gilt als „gesetzlose Region“. Dazu dürfte auch die verbreitete Tradition des privaten Waffenbesitzes beitragen, der immer noch als Vorrecht freier Männer gilt. Seit Dezember 2013 ist es aufgrund der schwierigen Wirtschafts- und Budgetlage in mehreren Regionen zu Streiks gekommen, teilweise trat auch die Polizei in den Ausstand. In einigen betroffenen Regionen nahmen die kriminellen Delikte vorübergehend zu, bis hin zu ausgedehnten Plünderungen.


Terroristische Anschläge haben eher symbolischen Gehalt und richten sich meist gegen ausländische Banken und Unternehmungen sowie internationale Finanzinstitutionen, die für den wirtschaftlichen Zusammenbruch im Jahr 2001 verantwortlich gemacht werden. In der Regel führen diese Anschläge nur zu Sachschäden.

Sicherheitshinweise für Frauen

Insgesamt ist Argentinien ein relativ sicheres Reiseland, das größte Problem für allein reisende Frauen sind in der Regel Belästigungen in Form von Anstarren, Nachpfeifen, obszönen Bemerkungen oder unerwünschten Annäherungsversuchen. In der Regel reicht es, diese Anzüglichkeiten zu ignorieren und als übliche Erscheinungsform des lokalen machismo zu betrachten. Sollte es unerträglich werden, kann man den Täter aggressiv ansprechen und sich dann in Richtung größerer Menschengruppen oder in Lokalen oder Läden in Sicherheit bringen. Das Nachtleben in den großen Städten beginnt in der Regel nach 21:00h, auch dabei sollten grundlegende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Grundsätzlich sind Frauen besser geschützt, wenn sie sich in Gruppen bewegen oder von Männern begleitet werden, auch sollten abgelegene bzw. schlecht beleuchtete Gegenden gemieden werden. Es wird auch empfohlen, nur Funktaxis zu verwenden, da diese als sicherer und "seriöser" gelten.

 

Die 24/7 Helpline der Polizei in Buenos Aires für Touristen ist unter der Telefonnummer 101 erreichbar, die allgemeine Notrufnummer der Polizei lautet 911.

 

Argentinien hat in den letzten Jahren einige Gesetze zur Gleichstellung der Frauen beschlossen, dies hat allerdings zu einigen unerwünschten Reaktionen geführt. Insbesondere Fälle von häuslicher Gewalt haben so überhand genommen, dass sich verschiedene Frauen- und Menschenrechtsgruppen seit Mitte 2016 dagegen organisiert haben. Im Oktober 2016 fanden in mehreren Städten unter dem Motto #NiUnaMenos ("Nicht eine weniger") mehrere Massendemonstrationen statt. Laut offiziellen Statistiken wird in Argentinien alle 36 Stunden eine Frau durch häusliche Gewalt getötet, die Täter sind in der Regel Ehepartner, Freunde oder Verwandte. Die meisten Aktivistinnen machen den traditionellen machismo für die Gewalt verantwortlich.


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