g Länderübersicht - Angola

Drucken

Angola Land: ao

Risikostufe:
Risikostufe 3
Staat Angola

Republik Angola
Hauptstadt: Luanda
Fläche: 1.246.700 qkm
Bevölkerung: 18.498.000
Währung: 1 Kwanza = 100 Centimos
Staatsform: Präsidialrepublik
Amtssprachen: Portugiesisch, mehrere Regionalsprachen
Klimatische Besonderheiten: Regenzeit von November bis März

Risiken

  • Klein- und Straßenkriminalität
  • Korruption
  • Kampfhandlungen und Terrorismus (in der Exklave Cabinda)

Überblick

Zwischen 1975 und 2002 wurde Angola von einem schweren Bürgerkrieg verwüstet. Nach dem Tod von Jonas Savimbi, dem Führer der aufständischen UNITA, unterzeichneten die Konfliktparteien ein Waffenstillstandsabkommen. Die zahlreichen, über das ganze Land verstreute Minenfelder sind die gefährlichste Hinterlassenschaft dieses Konflikts. Obwohl sich die öffentliche Sicherheit seit dem Ende des Bürgerkriegs verbessert hat ist die Sicherheitslage, vor allem abseits der urbanen Zentren und Hauptbewegungslinien, nach wie vor prekär. Die Kriminalität, insbesondere die Kleinkriminalität, liegt insgesamt hoch, auch Gewaltdelikte wie Raubüberfälle sind relativ häufig. Nachts gilt die Peripherie der Hauptstadt Luanda für Einzelpersonen als generell unsicher, aber auch tagsüber kommt es immer wieder zu Überfällen und Diebstählen.


In der Exklave Cabinda nördlich von Angola tobt seit Jahren ein Kleinkrieg der Regierung gegen die separatistische FLEC-FAC, die für einen unabhängigen Staat unter Präsident N'Zita Henriques Tiago kämpft. Ein Spezifikum der Separatisten von Cabinda ist ihre starke interne Zersplitterung aufgrund eines Friedensabkommens mit der Regierung im Jahr 2006, das nicht von allen Splittergruppen anerkannt wurde. 2008 und 2009 griffen bewaffnete Gruppen in Cabinda gezielt Ausländer an, dabei kam es auch zu Fällen von Vergewaltigungen, Raub und Mord. Normalerweise richten sich die meisten Angriffe gegen die angolanischen Sicherheitskräfte.


Obwohl Angola im allgemeinen als politisch stabil gilt, hat die öffentliche Kritik an Langzeitpräsident José Eduardo Dos Santos in den letzten Jahren zugenommen. Insbesondere der Arabische Frühling hat auch angolanische Jugendliche aktiviert, Aktivisten rufen immer wieder zu friedlichen Demonstrationen für Reformen und gegen die Verkrustung des politischen Systems auf. 2013 hatte die Angolanische Revolutionäre Bewegung mehrere Demonstrationen gegen die Regierung organisiert, seit Anfang 2014 ist es um die Initiative aber deutlich stiller geworden. Aktivisten beklagen die massive Repression gegen oppositionelle Strömungen.


Für Reisen in den Diamantenfördergebieten sind eine Zugangsberechtigung und die Dokumentation der Reisedaten erforderlich. Das Fotografieren von militärischen oder Polizeieinrichtungen kann mitunter zu Problemen mit den Behörden führen.

Sicherheitshinweise für Frauen

Grundsätzlich ist Angola für weibliche Reisende unsicherer als andere afrikanische Staaten, dabei stellt insbesondere die insgesamt hohe Kriminalität das größte Risiko dar. Typische Gefahrensituationen, wie etwa nachts allein durch Parks oder abgelegene Gegenden zu streifen oder allein per Anhalter zu reisen, sollten vermieden werden. Frauen sollen grundsätzlich alle Situationen vermeiden, in denen sie isoliert und wehrlos sind.

 

Zurückhaltende Kleidung ist günstig: in den Touristenzentren sind kurze Ärmel und Hosen ein gewohnter Anblick, in abgelegenen Regionen können diese Kleidungsstücke mitunter Anstoß erregen. Sonnenbrillen können dabei helfen, unerwünschten Blickkontakt zu vermeiden. Sollte ein Mann zu aufdringlich werden, so kann man sich in einen nahegelegenen Laden oder ein Restaurant flüchten und dort nach Hilfe fragen. Wer sich verlaufen hat, kann sich an andere Frauen oder Familien wenden um Belästigungen vorzubeugen. Für Touristinnen kann es hilfreich sein, in einer Gruppe zu reisen oder vor Ort Bekanntschaft mit anderen Reisenden zu schließen um bei Freizeitaktivitäten nicht allein zu sein.

 

Angolanische Frauen in ländlichen Regionen kümmern sich traditionell um die Kinder und den Haushalt. Die sozialistische Ausrichtung der Unabhängigkeitsbewegung MPLA hat teilweise zu emanzipatorischen Fortschritten geführt, Frauen sind in der Politik und im öffentlichen Leben aber nach wie vor stark unterrepräsentiert.


Copyright Mar Adentro 2017

 

g