g Länderübersicht - Deutschland

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Deutschland Land: de

Risikostufe:
Risikostufe 2
Staat Deutschland

Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadt: Berlin
Fläche: 357.111 qkm
Bevölkerung:
82.114.224 (2017)
Währung: 1 Euro = 100 Cent
Staatsform: Parlamentarische Bundesrepublik
Amtssprache: Deutsch

Risiken

  • Terrorismus
  • Kriminalität
  • Extremismus und politisch motivierte Gewalt

Übersicht

Deutschland ist im Allgemeinen ein sicheres Reiseland. Das größte Risiko für Reisende ist die Kleinkriminalität, vor allem in den großen Städten. In den letzten Jahren hat in einigen großen Städten die Gewaltkriminalität stark zugenommen, außerdem werden verstärkt Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle und Taschendiebstähle verzeichnet. Die Täter sind zumeist Jugendliche, als besonders unsicher gelten hierbei im Allgemeinen ethnisch durchmischte Bezirke sowie insbesondere die S-Bahn in Berlin. 2016 wurden einige Terroranschläge in Deutschland verübt, die Polizei hat in den letzten Jahren auch immer wieder Anschlagsplanungen islamistischer Zellen aufdecken können. Laut Behörden sind Berlin, Hamburg und Sachsen die Bundesländer mit der höchsten Deliktrate und der niedrigsten Aufklärungsrate, am sichersten ist Baden-Württemberg. Seit 2015 hat die Kriminalität laut offiziellen Statistiken massiv zugenommen, insbesondere Gewalt- und sexuell motivierte Delikte. In Berlin hat die (Organisierte) Kriminalität in den letzten Jahren besorgniserregende Ausmaße erreicht, dies hat auch zu entsprechenden politischen Debatten geführt.


Politisch motivierte Gewalt stellt vor allem in den großen Städten ein zunehmendes Problem dar. Die Behörden verzeichnen pro Jahr ca. 30.000 politisch motivierte Straftaten. Rechtsextreme Straftaten sind vorwiegend Propagandadelikte, bei den Gewalttaten liegen die Linksextremisten vorne. Deutschland gilt auch als eines der wichtigsten europäischen Zentren für radikalislamistische Salafistenorganisationen. Im Frühjahr 2016 mußte das Bundesamt für Verfassungsschutz zugeben, die Zahl der im Zuge der Asylkrise eingereisten Jihadisten unterschätzt zu haben, mittlerweile geht man von mehr als 1.000 potenziellen Terroristen aus. Der bisher schwerste Terroranschlag wurde im Dezember 2016 registriert, als ein Islamist einen LKW in einen Weihnachtsmarkt im Zentrum von Berlin lenkte.


Auch die zunehmende Segregation wird in den Städten immer mehr zum Problem, mittlerweile wird auch die Gewalt gegen Einheimische in den Medien immer stärker thematisiert. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Gewalttaten gegen Polizisten massiv gestiegen, vor allem in städtischen Problemvierteln. Ein wachsendes Problem sind auch Akte von politisch motiviertem Vandalismus, von Kirchenschändungen über Angriffe auf die Infrastruktur bis hin zu Anschlägen auf Einrichtungen der Bundeswehr. Seit 2015 sorgt auch der anhaltende Zustrom von Asylwerbern für zunehmende Unruhe unter der heimischen Bevölkerung.

Sicherheitshinweise für Frauen

Im allgemeinen gilt Deutschland als sicheres Land für Frauen. Insbesondere seit dem massiven Zustrom von Asylwerbern hat sich die Sicherheitslage allerdings verändert, begleitet von höchst kontrovers geführten politischen Debatten um die öffentliche Sicherheit. Einen Wendepunkt stellte dabei die Silvesternacht 2015/16 dar: Vor allem in Köln, aber auch in Hamburg und Stuttgart wurden im Zuge der Feierlichkeiten Frauen Opfer von sexueller Gewalt. Laut der offiziellen Untersuchung der Polizei waren mehr als 1.200 Frauen betroffen, daran dürften mehr als 2.000 Männer beteiligt gewesen sein. Registriert wurden insgesamt 642 Sexualdelikte und 239 Kombinationsdelikte, also Übergriffe, bei denen auch Geld oder Handy entwendet wurde. Die meisten Täter stammten aus Nordafrika, insgesamt konnten lediglich 120 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Oberbürgermeisterin von Köln sorgte kurz nach den Vorfällen mit der Aufforderung, zum Eigenschutz „eine Armlänge“ Abstand zu den Tätern zu halten, für Spott und Kritik.


Die Vorfälle stießen eine Debatte über die Delinquenz von Asylwerbern an, seither wurden weitere Daten bekannt. Laut Beobachtern werden vor allem Vergewaltigungen, schwere Missbrauchsfälle und Sexualdelikte registriert, von letzteren betreffen bis zu einem Drittel Kinder und Jugendliche in Schwimmbädern. Laut dem Think Tank Gatestone Institute finden die meisten Übergriffe im Bereich von Badeseen, Bahnhöfen, öffentlichen Verkehrsmitteln, abgelegenen Straßen nach Einbruch der Dunkelheit, Friedhöfen, Parkhäusern, Spielplätzen, Schulen, Einkaufszentren und Parks statt. Sehr oft gehen die Übergriffe von Gruppen aus, was die Identifikation der Täter oft massiv erschwert. Die Gewerkschaft der Polizei beklagte zuletzt immer wieder politische Einflussnahme um die Zahlen zu beschönigen und damit Rechtsextremisten keine Argumente zu liefern. Im Sommer 2016 forderten die Polizeigewerkschafter die Schwimmbadbetreiber auf, private Sicherheitsdienste einzustellen und organisatorische Maßnahmen zum Schutz weiblicher Badegäste zu ergreifen.


Im Zuge einer Umfrage wurde im Juni 2016 festgestellt, dass 44,7% der deutschen Bevölkerung der Ansicht sind, dass die Polizei die Bürger nicht mehr effektiv beschützen kann. Auffallend ist insbesondere, dass das Unsicherheitsgefühl bei Frauen (48,7%) wesentlich ausgeprägter ist als bei Männern (40,3%). Laut Zahlen des Bundesjustizministeriums vom August 2016 wird nur jede zehnte Vergewaltigung angezeigt, lediglich in 8% aller Gerichtsprozesse werden die Täter verurteilt. Der Bund deutscher Kiminalbeamter (BdK) beklagt, dass die meisten Vergewaltigungen nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen. Die Zunahme der Übergriffe hat auch zu teils heftigen politischen Debatten um die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung geführt, von der insbesondere rechtspopulistische Kreise deutlich profitiert haben. Aufgrund des politischen Drucks verschärfte der Bundestag am 7. Juli 2016 die Gesetze gegen Vergewaltigungen: Bisher hatte das Opfer nachweisen müssen, sich gegen die Übergriffe gewehrt zu haben.


Copyright Mar Adentro 2018

 

15. November 2016: in zehn deutschen Bundesländern finden Großrazzien gegen mutmaßliche Islamisten statt, um das Verbot der Gruppe „Die wahre Religion (DWR)“ durchzusetzen.

 

Die Razzien fanden unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg statt. Durchsucht wurden der Sprecherin zufolge rund 200 Ziele.

Gruppe steht hinter Koran-Verteilaktionen

Bekannt ist die Gruppe DWR unter anderem wegen ihrer umstrittenen Koran-Verteilaktionen mit dem Slogan „Lies!“ Es bestehe der Verdacht, dass die Organisation „Hassbotschaften“ verbreite und verfassungsfeindlich agiere, sagte die Ministeriumssprecherin. So habe eine Vielzahl der Menschen, die nach Syrien und in den Irak ausgereist sind, vorher Kontakt mit der Gruppe gehabt.

Hessens Innenminister Peter Beuth sprach von einer „eindeutigen Botschaft“ an die „radikalislamistische Szene“. Mit dem Verbot der salafistischen Organisation werde bundesweit ein „wesentlicher Radikalisierungsfaktor ausgelöscht“, erklärte

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