g Länderübersicht - Bosnien und Herzegowina

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Bosnien und Herzegowina Land: ba

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Staat Bosnien und Herzegowina

Bosnien und Herzegowina

Hauptstadt: Sarajevo
Fläche: 51.197 qkm
Bevölkerung: 3,5 Millionen (2017)
Währung: 1 Mark = 100 Feninga
Staatsform: Föderative Republik (bestehend aus Föderation Bosnien und Herzegowina, Republika Srpska, Brcko-Distrikt)
Amtssprachen: Bosnisch, Serbisch, Kroatisch

Risiken

  • Kleinkriminalität
  • Minen und Blindgänger
  • Ethnische Konflikte
  • Korruption und Wirtschaftskriminalität

Überblick

Bosnien und Herzegowina ist noch immer dabei sich von den ethnischen Konflikten und dem Bürgerkrieg der 1990er Jahre zu erholen. Die politische Lage ist zwar oberflächlich stabil, eine Wiederannäherung der ehemaligen Kriegsgegner oder ein institutioneller Fortschritt wurden bisher aber kaum erzielt. Auch das Parteiensystem wird nach wie vor von den ethnischen Konfliktlinien beherrscht und gilt als insgesamt verkrustet und unflexibel. Im Februar 2014 fanden vor allem in bosniakischen Städten Demonstrationen gegen die Regierung statt, dabei wurden auch auch einige Regierungsgebäude zerstört. Auslöser waren neben der politischen Stagnation vor allem die hohe Arbeitslosigkeit und die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme.


Die Kriminalität ist in Bosnien und Herzegowina ist höher als in den Nachbarländern, Gewaltverbrechen sind allerdings selten. Die meisten Delikte finden in der Hauptstadt Sarajevo statt, besonders verbreitet sind Autodiebstähle. In letzter Zeit haben bosnische Kriminelle ihre Methoden allerdings verfeinert und wenden immer häufiger Tricks gegen ihre Opfer an. Die Straffälligkeit von Jugendlichen, die meist in Gangs organisiert sind, stellt in letzter Zeit ein zunehmendes Problem dar, das sich durch die triste wirtschaftliche Lage noch verschärfen dürfte.


Die Segregation zwischen den ethnischen bzw. religiösen Gruppen hat die Sicherheitslage in den letzten Jahren insgesamt stark stabilisiert. Vor allem in der Republika Srpska (RS) ist eine anti-westliche Einstellung weit verbreitet, hat aber in der Regel keine direkten Auswirkungen auf Reisende. Radikale Islamisten, die während des Bürgerkriegs auf der Seite der islamischen Bosniaken mitgekämpft haben, sind teilweise im Land geblieben, fanden zunächst aber kaum Resonanz in der Bevölkerung. In den letzten Jahren kam es dennoch immer wieder zu Anschlägen, wobei die Unterscheidung zwischen Terrorismus und Organisierter Kriminalität oft unscharf ist. Die meisten Anschläge richteten sich bisher gegen die Sicherheitskräfte, offizielle Vertreter westlicher Staaten sowie gegen religiöse Einrichtungen. Der bosnische Islam gilt traditionell als gemäßigt, in den letzten Jahren haben sich aber salafistische Strömungen etablieren können und das Land gilt mittlerweile als eine der größten Rekrutierungsquellen des IS in Europa. Laut Experten haben sich bis zu 1.000 Personen zum Kampfeinsatz für islamistische Gruppierungen im syrischen Bürgerkrieg sowie im Irak gemeldet.


Die größte Sicherheitsbedrohung im Land sind Minen und Blindgänger aus dem Krieg; Bosnien und Herzegowina gilt als das am stärksten verminte Land in Europa. Warnschilder und Markierungen weisen auf Minenfelder hin, Misstrauen ist auch bei offiziell "minenfreien" Geländeteilen angebracht.

Sicherheitshinweise für Frauen

Bosnien und Herzegowina ist allgemein ein sicheres Reiseland für Frauen. In traditionell geprägten Gebieten im muslimischen Teil des Landes können allein reisende Frauen mitunter für Aufmerksamkeit sorgen. Einheimische Männer werden manchmal als aufdringlich empfunden, sind in der Regel aber kein Sicherheitsrisiko. Allgemeingültige Vorsichtsmaßnahmen sollten dennoch eingehalten werden.


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